Ich gehe Blut spenden – oder: Was daraus alles werden kann…
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Ich gehe Blut spenden – oder: Was daraus alles werden kann…

Die ersten 3 Blutspendetermine im neuen Jahr sind nun vergangen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Spendern, besonders bei den Erstspendern bedanken, die unsere Termine besucht haben.

Und so möchte ich es nicht versäumen, mich bei Ihnen als neue „Blutspendebeauftragte“ der DRK Ortsvereinigung Wölfersheim vorzustellen. Über viele Jahre hinweg hat Stefan Reif, Bereitschaftsleiter unseres Ortsvereines, die Blutspendetermine in Wölfersheim, Berstadt und Rockenberg/Oppershofen organisiert und zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern des DRK OV Wölfersheim betreut. Seit Juni 2012 habe ich dieses Amt übernommen, wobei ich mich erst nach und nach in meine neuen Aufgaben hinein finde. Mein Name ist Christine Strobl, ich bin26 Jahre jung und komme aus Bad Nauheim. In Wölfersheim bin ich eine „Zugezogene“. Mein Wunsch ist es, Ihnen hier einmal meinen Weg zum DRK zu beschreiben. Gleichzeitig möchte ich Ihnen einen Einblick in den Ablauf einer Blutspende geben, um so vielleicht Ihr Vertrauen und Interesse zu wecken, es auch einmal zu versuchen. 

Bestimmt hat jeder von Ihnen dieses Phänomen schon einmal bei sich beobachten können, denn wie es im Leben manchmal so ist: „Es kommt oft anders als man denkt!“ Diese Aussage durfte ich im Februar 2012 selbst erleben. Vor meiner Arbeit bei der Blutspende, bin ich schon mehr als einmal an einem Werbeschild für einen Blutspendetermin vorbei gegangen und hatte dabei immer den Gedanken im Kopf „Ja, das müsstest du eigentlich auch mal tun“. Auch hier winkt wieder einmal das Phänomen, dass Denken und Handeln oft zwei paar Schuhe sind. Durchaus sind es noch andere Punkte außer dem Zeitmangel, die einen vielleicht vom Spenden abhalten. Kurz um, zur tatsächlichen Umsetzung meines Gedankens ist es - trotz aller guter Vorsätze und dem Willen, zu helfen, - damals nicht gekommen. Und als ich Mitte 2010 von Bad Nauheim nach Wölfersheim gezogen bin, hatte ich auch erst mal genug damit zu tun, Fuß zu fassen. Meine Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin hatte mich ziemlich gefordert, sodass ich keinen Raum für Neues hatte, was mir das Einleben in meiner neuen Heimat erleichtert hätte. Dies sollte sich jedoch bald ändern…

Im Winter 2012, genauer gesagt am 17. Februar,  stand meine Ausbildung kurz vor ihrem Abschluss und ich beging den letzten Tag meines Praktikums in einer Wölfersheimer Apotheke. Schon einige Tage vorher wurde mit der freundlichen Bitte eines älteren Herren, ein Plakat für die kommende Blutspende bei uns aufhängen zu dürfen, mein Entschluss geboren, jetzt! endlich! und ohne weitere „Ausreden“ das erste Mal Blut spenden zu gehen. Gesagt, (fast) getan. Nach Feierabend machte ich mich auf den Weg zur Singbergschule. Dies hatte sich im Dunkeln als nicht ganz so einfach erwiesen, denn ich war ja neu im Ort und zudem noch nie in dieser Ecke unterwegs gewesen. Aber ich war ja nicht alleine. Zur Verstärkung hatte ich meine Mutter und mein Patenkind dabei. Ich muss gestehen, dass ich, obwohl ich nach außen hin mutig und entschlossen wirken wollte, mir dann schon etwas mulmig in der Magengegend zumute war. Als Erstspender bekam ich einen Flyer des Blutspendedienstes in die Hand gedrückt, in dem diverse Fakten, auch („Risiken und Nebenwirkungen“) der Blutspende erläutert wurden. Diesen Flyer sollte ich mir doch bitte ganz genau durchlesen. Es könnte nämlich sein, dass ich vom Arzt, der die Untersuchung macht, evtl. nach dem Inhalt des  Flyers gefragt werden könnte, nur um sicher zu gehen, dass ich alles verstanden hätte. Nach dem Erfassen meiner persönlichen Daten, bekam ich meinen Laufzettel und einen Fragebogen sowie den „persönlichen Selbstausschlussbogen“ in die Hand gedrückt und durfte mich nun ans Beantworten der Fragen machen. Es muss vor jeder Spende geklärt werden, ob ich zum Beispiel in den letzten Monaten gefährdetet Länder bereist oder ob ich in den letzten Tagen regelmäßig blutverdünnende Schmerzmittel wie Aspirin® eingenommen habe. Nun ja, auch das war nach 5 Minuten erledigt. Mit meinem Patenkind an der Hand, machte ich mich auf den Weg zur ärztlichen Untersuchung. Der Arzt ging mit mir noch einmal ein paar Fragen des von mir ausgefüllten Bogens durch. Er fragte auch, ob ich am Tag genug gegessen und getrunken hätte. Als ich dann tatsächlich nach ein paar Infos aus dem Flyer gefragt wurde, saß dort auf dem Stuhl nur noch ein einziges großes Fragezeichen …Aufregung eben. Jedenfalls waren Körpertemperatur, Blutdruck und Puls bei der ärztlichen Untersuchung im grünen Bereich, sodass ich die letzte Station vor der ersten Spende antreten konnte. Diese bestand aus einem winzigen Stich in den Finger, damit mein Hämoglobinwert, (also der Gehalt des roten Blutfarbstoffs) bestimmt werden konnte. Wenn ich mich noch hätte drücken wollen, dann an genau dieser Stelle, jedoch war mein Wert absolut in Ordnung, sodass ich nur noch hörte „Sie dürfen sich ein freies Bett aussuchen“ Ich muss an dieser Stelle wohl nicht erwähnen, wie nervös ich war! Das Blutspenden an sich ähnelt einer Blutentnahme beim Hausarzt, mit dem Unterschied, dass ca. ein halber Liter Blut in einen speziellen Beutel läuft. 

In dieser Zeit hat das Team vom Blutspendedienst ein wachsames Auge auf die Spender. Während meiner Spende, hatte ich Zeit das Drumherum etwas zu beobachten. Mein bisheriger Eindruck von dem Termin, von den Helfern in DRK-Uniform sowie von der ganzen Atmosphäre, war sehr positiv. An verschiedenen Stellen hingen Plakate, auf denen Helfer abgebildet waren, deren Gesichter mir persönlich an diesem Abend begegnet sind und die für die aktive Mithilfe bei der Blutspende werben. Aber es waren nicht (nur) die Plakate, die mich später zur Blutspende bzw. zum Eintritt ins DRK bewogen haben. Es waren die Menschen oder genauer gesagt, die ehrenamtlichen Helfer, die mir durch ihr freundliches und offenes Miteinander ein Gefühl vermittelt haben „gut aufgehoben zu sein“. Trotz der Ernsthaftigkeit der Sache selbst, kamen Spaß und gute Laune bei ihnen ganz offenbar nicht zu kurz. Mein guter Eindruck wurde nach der Spende noch bekräftigt, denn als Erstspender genoss ich das Privileg, persönlich zum Imbiss begleitet zu werden. Für mich ist es an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, dass Angst vor einer Spende absolut unnötig ist, denn die anschließende Betreuung ist professionell und wohltuend zugleich. Nicht zu vergessen: Das Essen zur Stärkung und die Tafel Schokolade! Am Ende war ich so fasziniert und vor allem motiviert, dass ich für mich den Entschluss gefasst hatte: „Hier war ich nicht zum letzten Mal!“ Einen Tag später schrieb ich eine Nachricht an den DRK-Bereitschaftsleiter der Ortsvereinigung Wölfersheim, worauf dieser mich zum nächsten Bereitschaftsabend einlud. Und es war wieder: „Es kommt oft anders als man denkt!“ Heute organisiere ich mit „meinen“ Helfern nicht nur die Blutspendetermine, sondern bin mittlerweile fest in der aktiven Bereitschaft des DRK OV Wölfersheim integriert, habe eine Ausbildung zum Sanitätshelfer gemacht und kann so an Sanitätsdiensten der unterschiedlichsten Art teilnehmen und auch hier kommen Spaß und gute Laune nicht zu kurz. Sie sehen also, was ein einfacher Gedanke für Veränderungen mit sich bringen kann. Vielleicht können auch Sie das alles einmal erleben und dabei feststellen, was die Umsetzung eines guten Gedankens alles in Ihrem Leben verändern kann. Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen mit meiner Geschichte einen positiven Denkanstoß geben konnte, einmal bei unserer nächsten Blutspende vorbeizuschauen. Uns selbst wenn Sie im Anschluss nicht aktives oder passives Mitglied im DRK werden, gehen Sie mit dem wunderbaren Gefühl nach Hause, anderen Menschen mit Ihrer Spende geholfen zu haben. Allein das ist es schon wert oder?

Herzliche Grüße und hoffentlich bis bald,

Ihre Christine Strobl

23. März 2013 09:58 Uhr. Alter: 4 Jahre